
Infektionen
Die häufigsten vaginalen Infektionen verstehen

Roxanne Sabbag
Mitgründerin und Biomedizin-Ingenieurin, Santelle
Was sind BV, Pilzinfektionen und Trichomoniasis?
Veränderungen des Ausflusses können manchmal auf eine Infektion hinweisen. Drei der häufigsten sind die bakterielle Vaginose (BV), vaginale Pilzinfektionen und die Trichomoniasis. Es sind unterschiedliche Erkrankungen, doch ihre Symptome überschneiden sich, weshalb sie oft verwechselt werden.
Bakterielle Vaginose (BV)
Ursache : Ein Ungleichgewicht des vaginalen Mikrobioms, bei dem die schützenden Lactobacillus-Bakterien zurückgehen und sich andere Bakterien vermehren können.
Symptome :
Dünner, gräulicher oder weisser Ausfluss
Fischiger Geruch, oft deutlicher nach dem Geschlechtsverkehr
Leichte Reizung (manchmal aber gar keine Symptome)
Häufigkeit : Die BV ist die häufigste vaginale Infektion bei Frauen im gebärfähigen Alter und betrifft etwa 20 bis 30 % von ihnen irgendwann einmal.
Behandlung : Von einer Ärztin verschriebene Antibiotika (in der Regel Metronidazol oder Clindamycin). Rezeptfreie Produkte können das Gleichgewicht unterstützen, heilen eine BV aber nicht.
Vaginale Pilzinfektionen (Candidose)
Ursache : Übermässige Vermehrung des Pilzes Candida albicans, der normalerweise in geringer Menge in der Scheide vorkommt.
Symptome :
Dicker, weisser, quarkartiger Ausfluss
Starker Juckreiz oder Brennen
Rötung und Schwellung der Vulva
Häufigkeit : Etwa 75 % der Frauen erleben im Lauf ihres Lebens mindestens eine Pilzinfektion, und viele haben Rückfälle.
Behandlung : Antimykotische Cremes oder Zäpfchen (rezeptfrei oder verschreibungspflichtig). Schwere oder wiederkehrende Fälle können eine orale antimykotische Behandlung auf ärztliche Verschreibung erfordern.
Trichomoniasis
Ursache : Sexuell übertragbare Infektion (STI), verursacht durch den Parasiten Trichomonas vaginalis.
Symptome :
Schaumiger, gelblicher oder grünlicher Ausfluss
Starker Geruch
Juckreiz, Reizung oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Wasserlassen
Häufigkeit : Weltweit betrifft die Trichomoniasis jedes Jahr etwa 156 Millionen Menschen und ist damit eine der häufigsten nicht viralen STI (Schätzung der WHO, 2022).
Behandlung : Erfordert verschreibungspflichtige Antibiotika (in der Regel Metronidazol). Rezeptfreie Produkte behandeln sie nicht.
Warum eine richtige Diagnose entscheidend ist
Da sich die Symptome ähneln, ist die Selbstdiagnose schwierig. BV und Pilzinfektion können zum Beispiel beide Reizungen auslösen, erfordern aber sehr unterschiedliche Behandlungen. Studien zeigen Fehldiagnoseraten von 40 bis 50 %, wenn Frauen sich allein auf ihre Symptome stützen.
Deshalb ist ein Test bei einer medizinischen Fachperson, oder ein geführtes Kit für zu Hause, das die Infektionen unterscheiden kann, wichtig.
Sich mit Klarheit unterstützen
Diese Infektionen sind häufig und behandelbar. Eine davon zu haben bedeutet nicht, dass Sie „unsauber“ sind, sondern schlicht, dass sich Ihr Mikrobiom verändert hat. Mit der passenden Pflege lässt sich das Gleichgewicht rasch wiederherstellen.
Santelle hilft Ihnen, die Signale Ihres Körpers zu verstehen, damit Sie die Behandlung mit Zuversicht und Ruhe angehen.

Geschrieben von
Roxanne Sabbag
Mitgründerin und Biomedizin-Ingenieurin, Santelle
Roxanne ist Mitgründerin von Santelle und Biomedizin-Ingenieurin mit Schwerpunkt vaginale Gesundheit.






